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Nachträgliche Geltendmachung von zusätzlichen Abzügen

Quellensteuerpflichtige Arbeitnehmer mit steuerlichem Wohnsitz oder Aufenthalt im Kanton sowie quellensteuerpflichtige EU-Bürger mit steuerlichem Wohnsitz im Ausland, welche mindestens 90% ihres Einkommens resp. des ehelichen Gesamteinkommens in der Schweiz bzw. im Kanton St.Gallen erzielen (sog. Quasi-Ansässige), können mit schriftlichem Gesuch die Gewährung zusätzlicher, nicht im Tarif enthaltener Abzüge verlangen. Solche Abzüge können Schuldzinsen oder Einkaufsbeiträge an die 2. Säule, Beiträge an anerkannte Formen der gebundenen Selbstvorsorge (Säule 3a), Krankheits- und Unfallkosten, behinderungsbedingte Kosten, Anpassung von Kinderabzügen in Ergänzung zu den bereits in den Tarifen berücksichtigten Ansätzen, freiwillige Zuwendungen sowie ein allfälliger Anspruch auf einen Kinderbetreuungsabzug sein. Die steuerpflichtige Person hat hierzu bis Ende März des auf die Fälligkeit der Leistung folgenden Kalenderjahres das ausgefüllte und unterzeichnete amtliche Formular (Form. 51.1.13a) einzureichen.

 

Die Gewährung zusätzlicher Abzüge erfolgt im Verfahren der nachträglichen ordentlichen Veranlagung. Dies bedeutet, dass die quellensteuerpflichtige Person, die nachträglich Abzüge, welche nicht in den Tarifen vorgesehen sind, geltend macht, eine vollständige ordentliche Steuererklärung ausfüllen muss. In dieser Steuererklärung können grundsätzlich sämtliche Abzüge geltend gemacht werden, welche ordentlich besteuerten Personen mit Wohnsitz im Kanton zustehen. Im Gegenzug ist die quellensteuerpflichtige Person verpflichtet, sämtliche weltweit erzielten Einkünfte, ihr weltweites Vermögen sowie ihre Schulden offen zu legen bzw. zu deklarieren. Die Besteuerung erfolgt unter Anwendung der effektiven Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuersätze. Dies kann je nach Gemeinde zu einer effektiv tieferen aber auch zu einer höheren Steuerbelastung führen.

 

Der einmal erfolgte Wechsel ins nachträgliche ordentliche Veranlagungsverfahren kann nicht mehr rückgängig gemacht werden; die quellensteuerpflichtige Person wird für die Zukunft bis zum Ende ihrer Quellensteuerpflicht bzw. bis zu ihrem Wegzug aus dem Kanton St.Gallen im nachträglichen ordentlichen Verfahren veranlagt.

  • Merkblatt und Wegleitung über die Besteuerung von ausländischen Arbeitnehmern ohne Niederlassungsbewilligung (Form. 51.2.1)
  • Nachträgliche Gewährung von nicht im Quellensteuertarif berücksichtigten Abzügen / Antrag auf nachträgliche ordentliche Veranlagung (Form. 51.1.13a)

Quellensteuerpflichtige Nicht-EU-Angehörige ohne Wohnsitz in der Schweiz sowie nicht-quasi-ansässige EU-Bürger können demgegenüber über die im Tarif berücksichtigten Abzüge hinaus lediglich Einmalbeiträge an die 2. Säule und die Säule 3a geltend machen. Ein entsprechender Antrag ist ebenfalls bis Ende März des auf die Fälligkeit der Leistung folgenden Kalenderjahrs zu stellen (Form. 51.1.13b).

 

  • Nachträgliche Gewährung von Abzügen / Antrag auf Tarifkorrektur für quellensteuerpflichtige Personen ohne steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz (Form. 51.1.13b)

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