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Die Verrechnungssteuer auf Kapitalerträgen

Gegenstand der Verrechnungssteuer auf Kapitalerträgen sind nach Art. 4 Abs. 1 VStG die Zinsen, Renten, Gewinnanteile und sonstigen Erträge:

 

  • der von einem Inländer ausgegebenen Obligationen, Serienschuldbriefen, Seriengülten und Schuldbuchguthaben;
  • der von einem Inländer ausgegebenen Aktien, Anteile an Gesellschaften mit beschränkter Haftung;
  • der von einem Inländer ausgegebenen Genossenschaftsanteile, Partizpationsscheine und Genusscheine;
  • der von einem Inländer ausgegebenen Anteile an einer kollektiven Kapitalanlage;
  • der Kundenguthaben bei inländischen Banken und Sparkassen.

 

 

Als Inländer gilt, wer im Inland Wohnsitz, dauernden Aufenthalt oder statutarischen Sitz hat. Inländer im Sinne des VStG sind aber auch juristische Personen und Handelsgesellschaften ohne juristische Persönlichkeit, die ihren statutarischen Sitz im Ausland haben, jedoch tatsächlich im Inland geleitet werden und hier eine Tätigkeit ausüben (Art. 9 Abs. 1 VStG).

 

Als steuerbarer Ertrag von Obligationen gilt jede auf dem Schuldverhältnis beruhende geldwerte Leistung an den Gläubiger, die sich nicht als Rückzahlung der Kapitalschuld darstellt (Art. 14 Abs. 1 VStV). Darunter fallen insbesondere der periodische Zins aber auch ein sogenanntes Rückzahlungs-Agio. Bei den Zero-Bonds wird auch der am Schluss ausbezahlte Diskont der Verrechnungssteuer unterstellt. Steuerpflichtig ist in jedem Fall der inländische Schuldner.

 

Als steuerbare Erträge aus Aktien, GmbH-Anteilen, Genossenschaftsanteilen, Partizipationsscheinen und Genussscheinen gelten, mit Ausnahme der Kapitalrückzahlung (Art. 20 Abs. 1 und 2 VStV), alle geldwerten Leistungen an die Inhaber der gesellschaftlichen Beteiligungsrechte oder an nahestehende Personen. Neben den ordentlichen Dividenden zählen auch die Ausgabe von Gratisaktien und der sogenannte Liquidationsüberschuss und sonstige geldwerte Leistungen als verrechnungssteuerpflichtige Erträge.

 

Ausgeschüttete oder thesaurierte Erträge aus kollektiven Kapitalanlagen sind mit der Verrechnungssteuer abzurechnen (Art. 4 Abs. 1 lit. c VStG). Von der Steuer jedoch ausgenommen sind die in den kollektiven Kapitalanlagen gemäss KAG erzielten Kapitalgewinne und Erträge aus direktem Grundbesitz sowie die durch die Anleger geleisteten Kapitaleinzahlungen, sofern sie über gesonderte Coupons ausgerichtet werden (Art. 5 Abs. 1 lit. b VStG). 

 

Die Verrechnungssteuer wird ausserdem erhoben auf Erträgen aus Kundenguthaben bei Banken, Sparkassen oder bei Unternehmen, welche (ohne öffentliche Empfehlung und ohne Unterstellung unter das Bankengesetz) fortgesetzt Gelder gegen Verzinsung entgegennehmen.

Vom Grundsatz, wonach alle Passivzinsen der Banken der Verrechnungssteuer unterliegen, gibt es drei Ausnahmen:

 

  • Das sogenannte Sparheftprivileg (Art. 5 Abs. 1 Bst. c VStG): Zinsen von Kundenguthaben, wenn der Zinsbetrag für ein Kalenderjahr Fr. 200.-- nicht übersteigt.
  • Zinsen von Interbankguthaben, die nach der Praxis der Eidg. Steuerverwaltung nicht zu den Kundenguthaben zählen.
  • Schliesslich werden die sogenannten Treuhandkonten nach der Praxis der Verwaltung ebenfalls nicht den Kundenguthaben zugerechnet. Die Banken treten in diesen Fällen lediglich als Treuhänder und nicht als Schuldner auf.

 

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